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Jahresbericht 2006

 

Jahresbericht 2006

1.     Personalsituation / Stellenplan

2. Verbesserung der Rahmenbedingungen der pädagogischen Arbeit

3. Übersicht über die pädagogische Arbeit

4.  Perspektiven der pädagogischen Arbeit

 

 

 

 

 

1.     Personalsituation / Stellenplan

 

1 Sozialpädagoge ( 38,5 Std/Woche )

1 Sozialpädagoge ( 38,5 Std/Woche )

2 Erzieherinnen    ( je 38,5 Std/Woche )

1 Erzieherin          ( 26    Std/Woche )

1 Angestellte im Erziehungsdienst ( Pferdewirtin, 38,5 Std/Woche )

1 Hausmeister (LKZ) 70 % KJB, 30% Kinderhaus Narvikstraße

3 Zivildienstleistende

Jahresbericht

Die Erzieherstelle im Reitbereich mit 26 Std/Woche wurde weiter bis 31.12.2006 befristet. Die Teilzeitkraft arbeitete flexibel, so dass die Angebote im Reitbereich regelmässig stattfanden. Die Pferdehaltung wurde bei Urlaub und Fortbildung der Pferdewirtin gewährleistet. Aber durch die 4 Wochentage  Arbeitszeit (davon nur 4 Stunden am Samstag) gab es manchmal Defizite im Infofluss bezüglich des Hofgeschehens.

Das Reitangebot musste nur an einzelnen Tagen ausfallen.

Bei dem kostenlosen Mittagstisch gab es auch wieder personelle Unterstützung durch Hartz-4 Kräfte. Die zwei Stellen wurden abwechselnd besetzt. Das geschieht in Kooperation mit der Handwerkskammer Lübeck mit Sitz im Russeer Weg.

Die pädagogische Personalsituation im Jugendbereich hat sich immer noch nicht  verändert. Hier ist weiterhin nur eine Stelle vorhanden.

 

2. Verbesserung der Rahmenbedingungen der pädagogischen Arbeit

 

Verschiedene Änderungen in der Ausstattung des Kinder- und Jugendbauernhofes und andere Maßnahmen haben im Jahr 2006 die Rahmenbedingungen der pädagogischen Arbeit auf dem Hof aufrechtgehalten und verbessert. Zu erwähnen sind verschiedene Anschaffungen bzw. Maßnahmen, die durch zweckgebundene Spenden finanziert wurden:

·        Bau eines neuen Brotbackofens (Lehmbau) im Hüttenbaubereich

·        Renovierung des Abenteuerspielplatzes

·        Spende von drei Bienenvölkern und mehreren Bienenzargen

·        Ersatz von einem Pony (Geschenk zum 25 j. Jubiläum)

·        Spende von einem Pferd mit Zubehör und die Übernahme von Pferdehaltungskosten

·        Spende von Bauholz für den Hüttenbaubereich

·        Spenden für Berufsbekleidung und wetterfester Kleidung 

·        Ersatzbeschaffung des Geschirrspülers in der Kinderküche

·        Spende eines Kickertisches im Jugendhaus

·        Beschaffung einer speziellen Egge um die Reitschicht zu planieren

·        Spende von guten gebrauchten Fahrrädern

·        Spende von Dual-Aktivierungsmaterial für den Reitunterricht

 

Weitere Renovierungs- und Reparaturarbeiten wurden durchgeführt:

·        Neueinzäunung des Pferdeauslaufs

·        Neugestaltung des Eingangs im Jugendhaus

·        Renovierung und Streichen des Kindertreffs im Reitbereich

 

Eine wichtige Unterstützung der pädagogischen Arbeit war die Kostenübernahme der Schulaufgabenhilfe für das ganze Jahr 2006. Dieses notwendige Angebot wurde von einer Privatperson übernommen, die ein sinnvolles pädagogisches Angebot ermöglichen wollte.

Weitere wichtige finanzielle Unterstützung gab es für Ferienfahrten, Tagesausflüge und Besuch von Messen und andere Exkursionen für bedürftige Kinder und Jugendliche.

Ohne diese zusätzliche Hilfe hätten viele Besucher des Hofes nicht so viel in den Ferien und in ihre Freizeit erleben können. Sonst wären sie in den Ferien in Mettenhof geblieben und hätten wenig nach den Ferien in der Schule über ihre Erlebnissen erzählen können

Zusätzlich gab es Hilfe bei der Besorgung von wetterfester Bekleidung für Kinder- und Jugendliche. Dieses Problem wird in der Zukunft noch grösser.

 

Jahresbericht

3. Übersicht über die pädagogische Arbeit

 

Es wurde sehr viel Wert darauf gelegt, zielgerichtet zu Arbeiten. Es fanden regelmässige Besprechungen statt, um die situationsorientierte, zielgerichtete pädagogisch Arbeit inhaltlich zu reflektieren und zu verbessern. Die Qualität der pädagogischen Angebote war genau so wichtig, wie die Anzahl der TeilnehmerInnen.

Dies spielte eine bedeutsame Rolle nicht nur in unserem Team sondern es prägte auch die Zusammenarbeit mit den BetreuerInnen der Besuchergruppen.

 

Wie in den vergangenen Jahren arbeiteten die MitarbeiterInnen in verschiedenen Arbeitskreisen mit z.B.: Stadtteilkonferenzen, Jugendarbeitskreis, Mädchenarbeitskreis, Mettenhofer Rat für Kriminalitätsverhütung, Förderverein zur Unterstützung der Kinder-  und Jugendarbeit in Mettenhof, Ortsbeirat, sowie in verschiedenen Planungsgruppen.

Ein Beispiel war die Durchführung eines Gesundtheitstages der Stadtteilkonferenz im Oktober und die Kinderfeste des Jugendarbeitskreises.

 

Die Kooperation mit Schulen, Kindertagesstätten, und anderen pädagogischen Einrichtungen wurde 2006 weiter intensiviert.

15 verschiedene Schulen haben sich 152 Mal  zu Besuch auf dem Hof angemeldet, davon wurde 30 Mal ein themenbezogenes, didaktisch vorbereitetes Angebot durchgeführt. 41 Mal kamen sie spontan ohne Anmeldung. Es gab vielfältige Aktivitäten mit 116 angemeldeten Kita-Gruppen und 31-mal kamen sie nicht angemeldet. Weitere 7 pädagogische Einrichtungen nutzten die pädagogische Vielfalt des Hofes bei 106 verschiedenen Besuchen.

Insgesamt besuchten 43 verschiedene pädagogische Einrichtungen 446 Mal den Kinder- und Jugendbauernhof. Vorrangig blieben die Mettenhofer Einrichtungen aber es nutzten den Hof auch Einrichtungen aus anderen Stadtteilen.

 

Wie in den vergangenen Jahren wurde die Kooperation mit der Ganztagsgrundschule am Göteborgring und Gorch-Fock-Schule intensiv geführt.

Das Projekt „Vom Korn zum Brot“ mit der 2/3. Klasse der Ganztagsgrundschule am Göteborgring fand im zweiten Jahr statt. Es gab auch viele andere didaktisch geplante Angebote zu Themen aus Fauna und Flora im Wandel der Jahreszeiten für diese Klasse.

Dafür haben wir verschiedene Lern – Materialien hergestellt, die wieder verwendbar sind.

Die unterschiedlichen Arbeitszeiten, die verschiedenen Schwerpunkte in der Ausbildung von LehrerInnen und ErzierInnen, Klassengrösse, hoher Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund und Mangel an disziplienirtem Verhalten der Schüler erfordern eine sehr gute Vorbereitung der Lerneinheiten auf dem Bauernhof, ausreichend Personal und anschließend Zeit für eine Reflektion. Das wurde auch beim Schul – TÜV angeregt. Die LererInnen gaben viel Lob. Wir haben Verbesserungsvorschläge.

Die betreuten Gruppen von körperlich- und geistigbehinderten Kindern von der Gorch-Fock-Schule nutzten weiter drei Nachmittage die Räumlichkeiten und die Möglichkeiten des Hofes für ihre pädagogischen Aktivitäten. Zusätzlich gab es Besuche auf dem Hof zu vereinbarten Themen wie: Fauna und Flora im Wandel der Jahreszeiten, Umgang mit Kleintieren, Nahrung für Nachtfalter im Garten oder zum Freispiel.

 

Die Kooperationsaktivitäten im Reitbereich wurden 2006 nochmals erweitert. Verschiedene Kindertagesstätten kamen zum Ponyführen und Schulkassen hatten sich zu Projekten mit den Ponys angemeldet. Es fand ein neues Voltigierangebot für eine Gruppe der Ganztagsgrundschule am Göteborgring regelmässig statt.

 

Das AWO-Kinderhaus Navikstrasse, die betreute Gruppe der Schule am Heidenberger Teich und eine Gruppe des Kinderhauses Sibeliusweg boten Aktivitäten mit den Ponys eigenständig an. Die Waldgruppe des AWO - Kinderhauses an der Narvikstraße nutzte regelmäßig unseren Abenteuerspielplatz und beteiligte sich gerne bei der Tierpflege.

 

Der Höhepunkt des Jahres 2006 fand im Sommer mit der Feier unseres 25 jährigen Jubiläums statt. Mit vielen, vielen Gästen feierten wir am 02. Juni dieses Ereignis. Prominente und "Ehemalige" - sowohl als Besucher, wie auch als Mitarbeiter des einzigen Kinder- und Jugendbauernhofes in Schleswig-Holstein freuten sich gemeinsam über das Wiedersehen bei einem bunten Festprogramm. Die Kinder und Jugendlichen waren an diesem Tag besonders aktiv und gastfreundlich.

 

Ein weiteres  wichtiges Ereignis auf dem Hof im Jahr 2006 war die Planung, der Bau und die Einweihung des Lehmbackofens im Hüttenbaubereich. Seit Jahren findet fast  jeden Donnerstag eine Hüttenbaubesprechung statt mit anschließendem Lagerfeuer. Dies ist  eine sehr attraktive Aktivität nicht nur wegen der Vergabe von Bauhütten für Gruppen von mindestens 3 Kindern und Klärung von  Unstimmigkeiten untereinander sondern die Kinder haben großes Interesse am Lagerfeuer. Hier haben sie die Möglichkeit unter Anleitung den Umgang mit Feuer zu erlernen, zu Erfahren welche Vorsichtmaßnahmen notwendig sind und wie man mit Feuer Lebensmittel zubereiten kann.

Unter fachmännischer bzw. fachfraulicher Anleitung haben die Kinder und Jugendlichen die Baustelle für den Brotbackofen vorbereitet, Fundamente ausgehoben und Beton gegossen, eine Schutzüberdachung aufgestellt und das Richtfest gefeiert.

Es wurden über 440 Lehmbacksteine geformt und getrocknet und dann damit der Ofen gemauert. Jetzt gibt es eine zusätzliche Möglichkeit Brot, Brötchen, Kuchen und Pizza zu backen. Aber auch Obst kann getrocknet werden. Nicht nur am Donnerstag beim Lagerfeuer oder in den Ferien und bei Hoffesten, sondern auch in Zusammenarbeit mit Schulen wird der Ofen geheizt und gemeinsam in ihm gebacken.

 

Durch finanzielle Unterstützung fanden abwechslungsreiche Aktivitäten während der Ferien statt, was besonders wichtig und notwendig war, da wir tendenziell  feststellten, dass immer weniger Kinder und Jugendliche während der Ferien selbst oder mit ihren Familien in Urlaub fahren. Deswegen ist es umso wichtiger dass interessante Aktivitäten kostengünstig durchgeführt wurden.

Für die Ferienprogramme zu Ostern, im Sommer und im Herbst wurden mehrtägige Fahrten, Tagestouren und kurze Ausflüge in der näheren Umgebung gemacht.

Dazu gehörten:

-     Mädchengruppenfahrt ins Umwelthaus Neustädter Bucht während der Frühjahrsferien  

      zum Thema: Strand und Wald.        

-         Tagesfahrten des Kinderbereichs mit Kanus, unterstützt von ehrenamtlichen           Jugendlichen,

-         verschiedene Angebote für das Ferienprogramm in Falckenstein,

-         Angelausflüge mit der Jungengruppe

-         Besuch der „Nordpferd“ in Neumünster,

-         Reiterprojekt während der Frühjahrsferien,

-          Tagestouren, z.B. in den Botanischen Garten, zu Seen, zum Strand, etc.,

-          Übernachtung mit der Jungengruppe und mit der Mädchengruppe,

-          Kinder- und Reitbereichübernachtungen

-          Besuch der „Baltic-Horse-Show“

-          der Elternnachmittag im Reitbereich mit Programm,

 

Wir nahmen an der Mitgestaltung bei verschiedenen Spielfesten in Mettenhof und anderen Stadtteilen teil, zum Beispiel  Stadtteilfest Mettenhof, Schulfeste, Kita-Feste, Kinderfeste der Jugendarbeitskreis Mettenhof und natürlich das grosse Familienfest der Arbeiterwohlfahrt, KV Kiel e.V.

 

Besonders attraktiv waren die bereichs- und altersübergreifenden  Aktivitäten wie:

-          Landschafts- und Umweltschutz sowie Weidepflege, Stroh- und Heuernte,

-          Teilnahme am Stadtteilfest in Mettenhof

-          Sommer-, Ernte-Dank-Fest und Abschiedsfeste von Zivis und Praktikanten

-          Ausflüge zum Schwimmen und  Fahrradtouren,

-          Apfelsaftpressen mit eigener Presse in den Herbstferien

-          Kooperationsaktion „Mettenhof macht sauber“.

-          Einweihung des Brotbackofens

 

Die jahreszeitlich vorgegebenen Aktivitäten der Landwirtschaftsgruppe bestimmte das tägliche pädagogisch betreute Freizeitgeschehen im Jugendbereich. Wichtige Aufgaben waren nach wie vor die Vorbereitung der Weiden für den Auftrieb, Weide- und Mähwiesenpflege, Mistverkauf und Grünschnittabholen, Heulageernte, Reparaturarbeiten an landwirtschaftlichen Geräten. Der Zivildienstleistende im Jugendbereich konnte sein Wissen und Erfahrungen als Landwirtschaftsmaschinenschlosser gut anwenden und weiter geben. Seit seiner Verabschiedung unterstützt er die pädagogische Arbeit als Honorarkraft.

 

Die pädagogischen Angebote des Jugendbereiches waren die Sportangebote, pädagogisches Kochen, Ausflüge, die Jungengruppe, PC-, Internet- und Berufsvorbereitungsangebote und der offene Treff sowie die regelmäßigen Besprechungen, bei denen die Jugendlichen eigene Wünsche und Bedürfnisse einbrachten und  lernten,  diese in Abstimmung mit anderen umzusetzen.

Das Interesse nahm an sportlichen Aktivitäten in der Sporthalle im Göteborgring (alle 14 Tage) sowie auf unserem eigenen Sportplatz über das ganze Jahr zu. Grosses Interesse wurde für Training auf dem Bolzplatz gezeigt.

Unter der Reitplatzüberdachung fanden  verschiedene Spiel- und Sportarten in den Wintermonaten regelmässig abends statt.

 

Die Bienenhaltung  wurde durch vier gespendete Völker erweitert und ein pädagogischer Mitarbeiter nahm an einer Imkerweiterbildung teil. Wir sind Mitglied im Kreisimkerverein Kiel und halten unsere Bienen eigenständig. Fachliche Beratung gib es noch weiter aber die Bienenhaltungsarbeit inklusiv zwei Honigernten wurden von der Bienengruppe durchgeführt.

 

Von Anfang September bis Ende Dezember wurde das LOS-Projekt „Computerführerschein für Jugendliche aus verschiedenen Kulturen“ durchgeführt.

Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren erlernten den adäquaten Umgang mit Computer und verbesserten ihre Chance auf einen Ausbildungsplatz.

 

Die Jungengruppe traf sich regelmässig bis zu den Herbstferien und danach lief das Angebot für die 16 bis 17 Jährigen aus. Es ist geplant eine neue Gruppe für jüngere Jungen im Frühjahr 2007 anzubieten.

Wie in der Vergangenheit gab es intensive Kontakt und Zusammenarbeit mit der Behörde, Polizei, Beratungsstellen und anderen pädagogischen Einrichtungen um die Jugendlichen  bei persönlichen Problemen und bei Ausbildungsplatz- und Arbeitsplatzsuche zu unterstützen. Dies Geschieht nicht nur im Jugendbereich sondern von allen pädagogischen Fachkräften.

Im Jahr 2006  nahm die Anzahl von  Mädchen im Jugendbereich  zu und sie nahmen häufig an den pädagogischen Aktivitäten nicht nur im offenen Jugendhaus teil. Ihr Interesse galt dem Sport in der Halle, Sport auf der Außenanlage, Ausflüge mitgestalten und Treckerfahren lernen.

 

Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit im Kinderbereich waren hofspezifische Angebote. Kinder wurden im Umgang mit Tieren, Pflanzen und im Hüttenbaubereich angeleitet und waren draußen im Freispiel körperlich und geistig aktiv.

 

Die Kooperation mit Schulen, Kitas und anderen pädagogischen Einrichtungen war sehr  intensiv. Die Vorbereitung, Absprache, Begleitung und Durchführung gemeinsamer Aktivitäten waren didaktisch anspruchsvoll. Die Lehrerinnen gaben oft positive Rückmeldung. Einige Schüler besuchen den Hof in der Freizeit kontinuierlich.

 

Die Kinder nahmen weiterhin regelmäßig am Schwimmen teil und wurden Neuschwimmer.

Malen und Basteln, das Arbeiten in der Holzwerkstatt und die Schulaufgabenhilfe werden gerne genutzt. In der Naturspielkiste konnten die Kinder weiter unter Anleitung einer Mitarbeiterin mit Zusatzqualifikationen im Bereich Naturspielpädagogik ökologische Zusammenhänge in ihrem Lebensumfeld spielerisch kennen lernen.

 

Die Mädchengruppe für Mädchen ab 8 Jahren konnte für ihre Gesundheit ganz besondere Fähigkeiten mit Qigong entwickeln. Qigong ist eine bewährte, traditionelle Gesundheitslehre, die in China aus einem mehr als sechstausendjährigen Erfahrungsschatz schöpft. Die Qigong Lehrerin, einer pädagogischen Fachkraft, vermittelt den Kindern ehrenamtlich einfache Qigong Praktiken. Verbrauchte, kranke Energie wird ausgeleitet und frische, reine Energie aufgebaut, wodurch die körpereigenen Abwehrkräfte gestärkt werden.

 

Im Garten und Grünbereich wurden die Beete gepflegt, Sträucher, Pflanzen und Blumen gepflanzt, Obst und Gemüse geerntet, eingelagert und verarbeitet. Hier konnten die Kinder ihr Wissen erweitern, natürliche Kreisläufe erleben und wichtige Erfahrungen sammeln.

Das Weihnachts- und Adventprogramm wurde bestimmt durch Back- und Bastelaktivitäten. Ein besonderer Schwerpunkt lag im Erzählen von Geschichten, Gedichte vortragen, Singen und Musizieren. Selbstgebastelte Adventsgeschenke wurden mit dem Adventkalender geöffnet.

 

Das Angebot „Kostenloser Mittagstisch“ wurde weiterhin sehr gut angenommen.

Durch die finanzielle Ünterstützung des Sparkassen- und Giroverbands Schleswig-Holstein, Firma Siemens und Citti-Grossmarkt  gab es regelmässig Essen an sechs Tagen in der Woche. Durch zusätzliche Spenden von der Firma Siemens und dem Verein „Bild Hilf e.V., „Ein Herz für Kinder“ konnte zu Weihnachten gebacken und gekocht werden. Der Geschirrspüler konnte auch ersetzt werden. Die Personalsituation für den Mittagstisch wurde durch zwei Hartz-4 Stellen für das Jahr 2006 gelöst.

 

Die Bedürftigkeit der Kinder und Jugendliche wurde auch bei ihrer Bekleidung festgestellt. Häufig waren sie im Winter nicht adäquat bekleidet. Ihre Schuhe waren zu klein, zu gross oder kaputt. Durch Spenden von Kleidern und Schuhen konnte geholfen werden.

Die Schulaufgabenhilfe wurde ganzjährig durchgeführt und rege angenommen. Es gab  Anfragen von Eltern, Schulen und anderen Institutionen.

 

Durch die Reitplatzüberdachung konnte Reiten und andere pädagogische Angebote im Reitbereich ganzjährig stattfinden. Deswegen wurde drei Mal eine Wellness-woche für die Ponies und Pferde durchgeführt, wobei Entspannung und Erholung für die Pferde im Vordergrund stand. Die Kinder und Jugendliche genossen auch die intensive Pferdepflege.

Die Überdachung unterstützte die Kooperationsmöglichkeiten des Reitbereiches im Winter und bei Schlechten Wetter.

Die Anzahl von festen PonypflegerInnen blieb zwischen 25 und 35, mit zunehmender Tendenz in den Sommermonaten. Zum Reiten  fanden vielfältige Aktivitäten statt, wie z.B. die Pflege der Pferde, der Reitunterricht mit begleitender Theorie, das Ponyführen, Bodenarbeit, Pferdemassage, Weidepflege,  Stroh- und Heuernte und als besonderes High – light  Ausritte. Die fortgeschrittenen ReiterInnen hatten die Möglichkeit, Grundkenntnisse im Hindernis- und Springreiten zu erlangen. In den Ferien konnten die ReiterInnen den Pferdeführerschein in verschiedenen Schwierigkeitsgraden erlangen. Es gab Reiterspiele, Videoaufnahmen und ein Eltern-Vorführtag.

Der Kinder-Treff im Reitbereich wurde gemeinsam renoviert und neu gestrichen.

Zusätzlich wurde Dual-Aktivierung als Pferdetrainingsmethode eingeführt. Das Hauptziel der Dualaktivierung ist eine Verbesserung der Hirnfunktion des Pferdes. Durch die besondere Darbietung von markanten Seheindrücken wie Schläuche, Stangen, Hüttchen und Markierungen in den Farben Blau und Gelb wird die Entstehung neuer Nervenverbindungen im Gehirn angeregt. Mit diesen zweifarbigen Hilfsmitteln werden Figuren aufgebaut, die das Reiten für ReiterInnen und Pferd strukturierter und überschaubarer gestalten.

 

 Im Vordergrund stand für die Kinder und Jugendlichen zwar das Reiten, doch spielte das Lernen des Umgangs miteinander (Besprechungen, Verteilen von Aufgaben, Teilen lernen) und mit dem anvertrauten Tier eine wichtige Rolle (Tierhaltung, Weidepflege, Verantwortung übernehmen).

Die bewährten, regelmäßigen Besprechungen im Reitbereich wurden auch im vergangenen Jahr fortgeführt. Sie boten Zeit und Raum zur Äußerung von Ideen, Wünschen, Bedürfnissen und Möglichkeiten Kritik zu üben. Der Beteiligungsprozess der BesucherInnen am Geschehen im Reitbereich wurde rege wahrgenommen.

 

Das Reiten an der Longe wurde wieder von vielen  BesucherInnen mit Kleinkindern und verschiedenen Gruppen angenommen. Dies erleichterte die Kontaktaufnahme zu Eltern und Familienmitgliedern und ist häufig der Einstieg von Kindern für eine Teilnahme an weiteren Angeboten gewesen.

 

Mädchenarbeit wurde kontinuierlich seit Jahren vor allem im Reitbereich geleistet, denn die meisten Kinder und Jugendlichen im Reitbereich sind Mädchen.

Diese notwendige Arbeit wurde durch eine Mädchengruppe für ältere Mädchen intensiviert, die von zwei pädagogischen Fachkräften betreuet wurde. Hier konnte die Persönlichkeitsentwicklung von Mädchen gestärkt und ihre soziale Verhaltensweise durch geschlechtsspezifische Aktivitäten unterstützt werden. Weitere Themen waren Sexualität, Liebe und Freundschaft.

Wie in der Vergangenheit haben die pädagogischen MitarbeiterInnen an Fortbildungs- und  Weiterbildungsveranstaltungen sowie an Supervision teilgenommen.  

 

Es war uns bei unserer pädagogischen Arbeit wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen praktische Alltagserfahrungen sammeln konnten, da dies für ihr zukünftiges Leben und unter anderem für die Berufsfindung relevant ist. Stets bestanden Möglichkeiten  eigene Ideen, Interessen und Bedürfnisse einzubringen und umzusetzen. Es freut  uns, dass wir eine familienfreundliche Atmosphäre auf dem Hof schaffen konnten, so dass  uns viele Eltern und Großeltern verschiedener  Kulturen mit Kleinkindern und Kindern besuchen, um die Tiere zu erleben und zu klönen.

 

Jahresbericht

4.  Perspektiven der pädagogischen Arbeit

 

Die Planungen und Perspektiven für 2007 sind aus dem Jahresplan (s. Anlage) ersichtlich. Schwerpunkte sind die „Kooperation mit Schulen“, die Stadtteilkonferenzen mit dem Schwerpunkt „Kinderarmut“ und die Neuorientierung der offenen Jugendarbeit in Kiel.

Diese wichtigen Themen insbesondere „Kinderarmut“ verfolgen wir intensiv seit Jahren, da es für die Zukunft der Kinder und Jugendliche in Mettenhof notwendig ist.

Dieses Problem können wir auf den Kinder- und Jugendbauernhof nicht lösen, aber wir haben die Möglichkeit durch den kostenloser Mittagstisch, kostenloser Schulaufgabenhilfe,  Unterstützung bei der Besorgung von wetterfester Bekleidung und Durchführung von kostengünstigen Ferienfahrten und Aktivitäten die Kinder zu unterstützen.

Als „ Lernort Bauernhof „ leisten wir in unserer Landeshauptstadt Kiel in besonderer Weise unseren Beitrag zum Thema „ Bildung und Lernen „

Ein wichtiges Ereignis für 2007 ist das 10 jährige Jubiläum des kostenlosen Mittagstisches.

Jahresbericht

 

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